Foodwatch Abstimmung: Die dreisteste Werbelüge 2014

Foodwatch: Der Goldene Windbeutel 2014


In unserer Gesellschaft wird oft für Profit getrickst, gelogen und betrogen. Wenn hier jedem Lügner eine lange Nase wachsen würde, gäbe es täglich Tote und Verletzte im Gedränge :(

Bei "Stars und Sternchen" finde ich die Manipulationen für Zeitschriftencover noch lustig. Da weiß das mittlerweile auch jeder, es gibt genug Beispiele im Internet zu sehen, z.B. das Video einer Photoshop Umwandlung. Bei Food-Fotos wird auch meistens nachgeholfen, Werbung gegen Realität. Das ist für mich persönlich auch kein allzu großes Problem. Allergisch reagiere ich aber, wenn Gesundheits- oder Herkunftsversprechen gemacht werden und dann nur billiger und unsinniger Dreck von irgendwo verkauft wird. Deshalb verleiht Foodwatch auch dieses Jahr wieder den "Goldenen Windbeutel" für die dreisteste Werbelüge. Hier könnt ihr bis zum 30.09.2014 für euren Favoriten abstimmen:





Mit Kandidat 2, der Hühnersuppe ohne Huhn, habe ich als Veganer natürlich kein Problem :-P Ja ja, da ist ja noch Hühnerfett drin ..... aber das gehört ja alles zum Plan des BDL, über den ich schon mal vor 3 Jahren hier im Blog einen nicht ganz ernst gemeinten Artikel geschrieben habe :) Hühnersuppe ohne Huhn, Vurst ohne Fleisch und Tofu "Rührei" sind schon aus ethischen Gründen völlig OK. Lebensmittel müssen nur immer klar gekennzeichnet werden, ohne verwirrende Werbeaussagen und darum geht es Foodwatch.

Vegan lebende Menschen drehen Packungen auch mal um und lesen Etiketten und können dadurch immer oft beurteilen, ob ein Lebensmittel jetzt eher gut oder schlecht ist. Die meisten Menschen können das jedoch nicht mehr. Das Verbraucherministerium hat auch mindestens mit einem Auge nur Wirtschaftsinteressen im Blick, um es mal vorsichtig zu formulieren. Deshalb brauchen wir solche Organisationen wie Foodwatch und deshalb Spende ich auch jedes Jahr was dafür. Verglichen mit den Millionen, die global agierende Lebensmittelkonzerne für ihr gigantisches Marketing zur Verfügung haben, ist das natürlich nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber schön, dass sich überhaupt noch jemand um unser Essen kümmert!


Ach übrigens war Thilo Bode, der Gründer von Foodwatch und Autor von "Die Essensfälscher", früher Chef bei Greenpeace. Der weiß, wie man den Mächtigen mit geringem Budget mal so richtig auf die Füße tritt ;)

Kommentare

  1. foodwatch ist allerdings selbst windbeutelverdächtig, siehe: http://www.filetspitzen.de/foodwatch-goldener-windbeutel-bode-plagiat-coca-cola-unilever-coop-mondelez-nestle/
    die ganzen nominierungen sind doch olle kamellen.

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    1. Danke für den Link Mausflaus. Ich habe alles gelesen und was soll ich jetzt dazu sagen? Erstmal, ich bin nicht mit Foodwatch verwandt oder verschwägert, ich kenne da auch keinen. Aber Herr Minghoff vom Blog Filetspitzen ist ein klassischer Lebensmittellobbyist (Hauptgeschäftsführer von BVE und BLL) :) Was soll der auch auch sonst zu Foodwatch anderes schreiben? In seinem Blog steht ganz klar auf der Startseite unter den Salamie- und Schweinehaxenfotos: "Wir finden, dass die Lebensmittelbranche zu Unrecht an den Pranger gestellt wird." Ja ja :) Ich glaube, ohne "Pranger" wäre die Schrift auf den Verpackungen noch kleiner, die Zutatenlisten noch verwirrender, die Werbung noch dreister und die Portionsgrößen noch unrealistischer. Wenn die Beispiele schon so alt sind, warum wird dann nichts daran geändert? Die Beispiele wiederholen sich mit kleinen Abweichungen auch immer wieder. Früher gab es das Wasser von Lourdes und heute Vitaminwasser von Coca Cola :) Und weißt du warum? Weil es "funktioniert". Das kommt beim Verbraucher an, das Zeug wird wie wild gekauft :( Ich denke, dass Foodwatch mit diesen "Klassikern" einfach die Leute etwas sensibilisieren will, öfter mal auf die Verpackung zu schauen und selber beim einkaufen nachzudenken.

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    2. ich wollt dir jetzt auch kein foodwatch-lobbyismus unterstellen ;)
      nur werden halft oft irgendwelche verbaucherschutzaktionen bzw. organisationen bejubelt, obwohl die eigentlich nix wirklich beitragen/bewirken. nur auf dinge hinweisen, die eh schon bekannt sind. ich finds halt etwas unehrenhaft, sich mit fremden federn zu schmücken, nämlich dinge "anszuprangern", die andere aufgedeckt haben.
      und ehrlich gesagt habe ich das gefühl, dass es foodwatch weniger darum geht, die verbraucher zu informieren, sondern darum, ihre eigene organisation bekannt zu machen. so nach dem motto wir sind die helden der verbraucher, wir gegen die böse lebensmittelindustrie.

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    3. Ich weiß was du meinst, die Gefahr besteht natürlich. Aber wer kümmert sich denn sonst um unser Essen? Wir beide beschäftigen uns damit und können auch mit einer Zutatenliste was anfangen. Die meisten Anderen brauche aber gelegentlich solche plakativen Aktionen, um wenigstens für wenige Minuten mal aus dem Tiefschlaf geweckt zu werden :) Und manch einer von denen, verirrt sich auch gelegentlich auf meine Seiten.

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  2. Diese Aktion von Foodwatch ist generell nicht schlecht. An Foodwatch ärgert mich in letzter Zeit aber massiv, dass bei den ganzen Lebensmittelskandalen und den Missständen, die sie "aufdecken" und bemängeln, nur immer Druck auf Industrie und Politik gemacht wird. Die Macht, die wir Verbraucher haben, wenn wir wirklich aufgeklärt werden, wird unterschätzt. Ganz extrem zu erkennen, dass immer nur daraufhin gearbeitet wird, die "Produktion" tierischer Produkte transparenter zu gestalten und mehr Vorgaben und Gesetze zu fordern. Auf die Möglichkeit, diese "Produkte" gänzlich einfach zu boykottieren, weist Foodwatch niemals hin. Der Verbraucher hat ja schließlich ein Recht auf Tierprodukte, und zwar auf billige. Aber nachhaltig und fair produziert sollen sie sein und die Politik hats zu richten. Diese Einstellung kommt bei mir jedenfalls rüber, wenn ich die Newsletter von Foodwatch lese. Ich bin kurz davor, den ab zu bestellen, weils mich echt ärgert. Ich hab Thilo Bode deswegen auch schonmal angeschrieben, aber, wie erwartet, keine Antwort bekommen.
    Soweit mal meine Meinung. Liebe Grüße,
    VeggieViva

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    1. Danke für deinen Kommentar. Ich persönlich denke eher, die Macht der Verbraucher wird leider überschätzt. Warum? Den meisten Menschen ist z.B. die Atomenergie zu riskant, aber nur wenige wechseln wirklich zu einem Ökostromanbieter :( Stell dir vor morgen würden alle wechseln, mal davon abgesehen, dass das im Moment vielleicht gar nicht möglich wäre, dann hätten wir nächste Woche schon den kompletten Atomausstieg. Ganz ohne Politik! Was meinst du, wie dumm da einige aus der Wäsche gucken würden :-P Die Realität ist leider trostloser.

      Wer liest denn schon Zutatenlisten? Viele die ich kenne sagen sogar: "Ich will gar nicht wissen, was da drin ist. Sonst kann man ja gar nichts mehr essen". Und wer von denen, die etwas mehr wissen, steigen dann wirklich um auf die manchmal unbequemeren, teureren aber langfristig besseren Alternativen um? Leider noch zu wenige. Und welcher Politiker traut sich heute noch unbequeme Wahrheiten auszusprechen? Kaum einer. Wer einen Veggie Day fordert oder Fleisch anders besteuern würde, wird bei den nächsten Wahlen sofort abgestraft. Ein ganz großes Dilemma :(((

      Ich denke man muss beide ansprechen, Verbraucher und Politik. Und erst wenn eine kritische Masse erreicht ist, kommt da Bewegung rein. Der Rest trottet dann wie immer hinterher und sagt sogar noch, ach das wollten wir schon immer :) Deswegen finde ich das gut, was Foodwatch da macht. Auch wenn die Hühnersuppe wirklich ein altes Beispiel ist. Aber da wird sogar die Oma hinterm Herd zu ihren Enkeln sagen, schaut euch diesen modernen Kram an, Hühnersuppe ohne Huhn, die spinnen doch. Macht euch lieber mal selber was zu Hause, ich zeige euch wie das geht :)

      Beim Thema Foodwatch und Fleisch gebe ich dir völlig recht. Damit bin ich auch nicht glücklich, aber Foodwatch ist nicht der Vebu :) Welche anderen Möglichkeiten haben wir denn sonst, viele Menschen UND die Politik zu erreichen? Foodwatch ist deshalb wichtig, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin.

      Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende!

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